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Bericht unseres Polenurlaubs im Juli/August 2004
Unsere erst Station ist ein Campingplatz in Frankfurt/Oder. Hier treffen wir das erste Gespann – Fam. Stomps. Am nächsten Tag geht es für uns weiter, während Fam. Stomps noch auf andere Mitreisende wartet um mit ihnen zusammen direkt nach Warschau durchzufahren. Wir überfahren die deutsch-polnische Grenze. Unser Ziel für heute ist Torun/Thorn. Hier treffen wir uns mit den Fam. Thoeren und Verhaaren.
Torun hat eine wunderschön restaurierte Altstadt. Die Stadt kam erst unter dem Schutz des Deutschen Ordens zu Wohlstand und Blüte. 1454 wurden die Kreuzritter gewaltsam vertrieben weil sie dem Handel der Kaufleute mit Polen im Wege standen. Heute stehen noch Ruinen der Ordensburg und am Weichselufer ist noch ein kleiner Teil der ehemaligen Stadtmauer erhalten. Hier kam 1473 Nikolaus Kopernikus zur Welt. Zusammen machen wir einen Rundgang durch die Stadt. Leider ist die Zeit zu kurz um die Stadt kennen zu lernen, aber wir nehmen doch einen sehr positiven Eindruck mit. Es hat sich gelohnt, hier einen kurzen Zwischenstop einzulegen.
Am nächsten Morgen fahren wir dann mit 3 Gespannen weiter in Richtung Warschau. Hier soll am Abend der 1.Teffpunkt aller 9 Gespanne sein. Nach kleineren Problemen mit Polens Strassen, dem Verkehr in Warschau und dem Suchen nach dem vorreservierten Campingplatz haben es doch alle geschafft – heil und gesund – ohne grössere Schäden anzukommen.
Wir stehen auf einem kleinen, sehr schönen und gepflegten Campingplatz und bauen eine Wagenburg. 18 Erwachsene und 8 Kinder sind zufrieden. Und auch das Wetter spielt mit, es ist warm und die Sonne strahlt vom Himmel.
4 Tage in Warschau liegen vor uns, die am nächsten Vormittag mit einer vierstündigen Stadtführung per Bus und zu Fuss – mit einem deutschsprachigen Reiseführer – beginnen. So bekommen wir einen ersten Eindruck von Warschau (1,6 Mill. Einwohner). In den nächsten Tagen geht es mit dem Bus in die Stadt, in grösseren und kleineren Gruppen durchforsten wir die Alt- und Neustadt. Warschaus Paläste, Museen, Monumente und Gotteshäuser überspannen mehrere Epochen und Architekturstile.
Das Panorama der Altstadt wird von dem prächtigen Königsschloß dominiert. Die Besichtigung dieses Schlosses gehört bei den meisten von uns mit ins Programm. Der Altstädter Markt mit seinen zahlreichen Cafés, Restaurants, Galerien, Läden und Museen wird von wunderschön authentisch rekonstruierten Bürgerhäusern eingerahmt. Immer ein Ort des Verweilens.
Viele der wunderschönen und auch geschichtsträchtigen Gotteshäuser sind für uns ebenfalls Anlaufstationen, wie auch der Lazienki-Park mit seinem Chopin-Denkmal und seinen Palästen. Ein Highlight ist ein Open-air-Klavierkonzert mit Chopinmelodien im Park.
Ferner wandeln wir auf Spuren der Solidarnosc und unserer nicht rühmlichen deutschen Vergangenheit, des Warschauer Ghettos und des grossen Warschauer Aufstandes. Wir gehen über die „Strasse des jüdischen Erinnerns“, die man im Zentrum des ehemaligen jüdischen Ghettos anlegte, wo im April 1943 die schlimmsten Gefechte des Ghettoaufstandes stattfanden. Monumente an der Strasse erinnern an den Mut der Ghettobewohner
Einen Besuch des Kulturpalastes lassen wir uns ebenfalls nicht entgehen. Dieses monolithische Bauwerk mit seinen 230m Höhe und seinen 30 Stockwerken ist ein Geschenk der Sowjetunion und wurde 1952-55 erbaut. Von oben haben wir einen wunderschönen Ausblick auf die ganze Stadt.
4 Tage Kultur pur – der eine mehr, der andere weniger – aber es hat sich gelohnt. Ausser einer geklauten Kamera und eines geklauten Handys gab es an den Tagen keinen weiteren Wehrmutstropfen. Aber das hätte auch in jeder anderen Grossstadt passieren können. So machen wir noch Bekanntschaft mit sehr freundlichen polnischen Polizisten.
Ein besonderes Erlebnis war noch der Besuch der Presse auf unserem Campingplatz. Sie interessierten sich für deutsche Touristen in Warschau. Dank Irek konnten wir unsere Eindrücke von Warschau weitergeben. Die Idylle unserer Wagenburg fand reges Interesse und wurde fotografiert. Abzüge der Bilder und des Artikels in der Warschauer Tageszeitung wurden uns zugesagt – mal sehen, was daraus wird.
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